Es kommt nicht oft vor, dass sich die Abwehrspielerin in der Nähe des gegnerischen Kastens befindet. Doch als sich ihre Teamkollegin Saskia Matheis auf der weit entfernten rechten Außenbahn den Ball zum Freistoß zurechtlegte, machte sich Ronan im Strafraum der SGE bereit: „Ich erinnere mich daran, dass ich mir kurz vor dem Freistoß gedacht habe ’just go for it, you can do it’. Ich dachte mir, das ist mein Moment.“ Es war ihr Moment.
„Der Ball blieb extrem lange in der Luft, kam direkt zu mir, sodass ich ihn mit dem Kopf traf. Ich habe zugesehen, wie der Ball durch die Hände der Torhüterin ging“, erinnert sich Ronan zurück. Sofort legte sich pure Freude auf das Gesicht der Werderanerin, die direkt von ihren Mitspielerinnen in die Arme genommen wurde. „Ich konnte es einfach nicht glauben. Ich war so glücklich. Es war ein unglaublicher Moment“, erzählt die Torschützin.
Mit dem Treffer ging der SVW trotz Unterzahl gegen den aktuellen Tabellenzweiten aus Frankfurt in Führung. „Ich konnte es einfach nicht glauben, gegen eine so starke Mannschaft zu treffen. Es hat sich gut angefühlt, die Führung für uns zu erzielen“, berichtet die 22-Jährige. Nach dem Tor drehten die Frankfurterinnen auf und trafen noch vor dem Halbzeitpfiff gleich doppelt. Nichtsdestotrotz bleibt es für Kaylie Ronan ein weiterer besonderer Tag, den sie so schnell erst mal nicht vergessen wird.
Nun geht es für die Werderanerin nach intensiven und aufregenden Wochen in die wohlverdiente Länderspielpause. „Die letzten beiden Spiele waren sehr anstrengend, bei beiden spielten wir eine lange Zeit in Unterzahl. Ich, aber vor allem meine Beine, freuen sich über die Pause. Ich werde definitiv die Zeit nutzen, um etwas zu entspannen.“